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INFO
DER AUFBAU DES PAPIERS
HERSTELLUNG
PAPIEREIGENSCHAFTEN
LAGERUNG, HANDHABUNG, RECYCLING
Papiereigenschaften

Jedes Papier ist einzigartig und verfügt über spezielle Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind entscheidend für das Druckergebnis und somit für die Wirkung eines Druckerzeugnisses. Daher kommt der richtigen Papierwahl so große Bedeutung zu. Sie setzt natürlich gewisse Kenntnisse voraus. Man muss ganz einfach die besonderen Voraussetzungen und Charakteristika eines Papiers kennen, um zu wissen, welches im jeweiligen Fall das richtige ist.

Im Idealfall erfolgt die Wahl in zwei Schritten: Erst verschafft man sich objektive, messbare Informationen über die Papiereigenschaften als Entscheidungsgrundlage. Wenn man auf diesem Gebiet sicher ist, kann man sich bei der Entscheidung auch an subjektiven, nicht messbaren Eigenschaften orientieren und seinem Gefühl vertrauen. In diesem Kapitel werden wir Ihnen das nötige Fundament verschaffen, indem wir Ihnen einige objektive und messbare Papiereigenschaften vorstellen.
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Faserausrichtung
Wie die Fische im Schwarm richten sich die meisten Fasern bei der Produktion in die Richtung aus, in der die Papierbahn verläuft. Diese Richtung nennt man die Faserausrichtung. Sie bewirkt, dass das Papier stärker und somit in dieser Richtung schwerer biegbar wird.

Sie können selbst herausfinden, wie die Fasern eines Papiers ausgerichtet sind, indem Sie es einmal längs und einmal quer über eine Tischkante legen. Quer zur Faserausrichtung biegt es sich am schwächsten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, fest mit Daumen- und Zeigefingernagel über die Papierkante zu fahren. Die Kante, die sich am stärksten wellt, verläuft quer zur Faserausrichtung.

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Opazität
Ein anderes Wort für Opazität ist Undurchsichtigkeit. Die Opazität gibt also darüber Aufschluss, wie undurchsichtig ein Papier ist. Ein Papier mit einer Opazität von 100 Prozent ist völlig undurchsichtig, eines mit geringe-rer Opazität ist relativ durchsichtig, wie etwa Butterbrotpapier oder transparente Zeichenpapiere.

Die Opazität hängt davon ab, in welchem Maße das Licht vom Papier absorbiert wird und sich in ihm verteilt. Während des Druckvorgangs verändert sich die Opazität – dann spricht man von der Druckfarbe. Dieser Faktor muss unbedingt beachtet  werden, da die Druckfarbe ins Papier eindringt und die Opazität beeinträchtigt, was zur Folge haben kann, dass der Druck durchschimmert. Besonders relevant ist dieser Aspekt bei beidseitig bedruckten Papieren, vor allem in niedrigen Flächengewichten. Deshalb ist es wichtig, genau zu bedenken, wie man Bild und Text auf der Fläche verteilt.
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Helligkeit und nuance
So vielfältig wie die Bezeichnungen der Eskimos für Schnee unterschiedlicher Konsistenz und Tönung ist auch das Spektrum an Helligkeit und Nuancen beim Papier. Alle haben Eines gemeinsam: Sie unterstreichen die Wirkung des Druckerzeugnisses. Denn ein weißes Papier wirkt natürlich ganz anders als ein naturfarbenes oder ein farbiges.

Alle Zellstoffe desselben Typs haben eine ähnliche Helligkeit und Nuance. Daher werden Chemikalien zugesetzt, um beim fertigen Papier unterschiedliche Helligkeitsgrade und Tönungen zu erzielen. Durch die Beimischung von optischen Aufhellern (OBA – Optical Brightening Agents) wird das Papier z.B. heller als es eigentlich ist, da die Chemikalie weißes Licht reflektiert.

Obwohl Nuance und Helligkeit optische Eigenschaften sind, die sich auf den ersten Blick vielleicht schwer unterscheiden lassen, handelt es sich um zwei unterschiedliche Phänomene. Der Helligkeitsgrad gibt an, wie viel Prozent Licht einer bestimmten Wellenlänge das Papier reflektiert. Eine ähnliche Eigenschaft ist der Weißgrad, der mehrere Wellenlängen erfasst. Dieser Wert entspricht eher dem, was das menschliche Auge tatsächlich wahrnimmt.

Papier mit derselben Helligkeit kann hingegen unterschiedliche Nuancen oder Farbtöne aufweisen. Deshalb misst man auch die Nuance des Papiers, z.B. Blau-, Gelb- Rot- oder Grüntönung. Abtönfarben werden den meisten Papieren beigefügt. Damit ein Papier weißer wirkt, wird z.B. Blau hinzugefügt, während ein Papier, das so natürlich wie möglich wirken soll, einen Gelbzusatz erhält.

Bei der Buchproduktion z.B. ist es natürlich wichtig, dass das Papier bei jeder Lieferung exakt dieselbe Tönung aufweist. Auch darum verwendet man Abtönfarben. Andernfalls würde der Schnitt unter Umständen streifig wirken.
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Rollenformat
Wie die Bogen werden die Rollen in den vom Kunden bestellten Breiten und Durchmessern zugeschnitten, aber auch nach Gewicht und laufenden Metern pro Rolle. Standardformate sind bei Rollen eher unüblich, aber auch sie kommen vor. Alle Rollen haben im Innern einen Kern, der es ermöglicht, sie direkt in die Druckmaschine einzusetzen. Die Standardmaße der Kerne sind 70, 76 und 153 mm Durchmesser.
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Bogenformat
In der Bogenanlage wird das Papier zu Bogen im Standardformat oder nach speziellen Maßvorgaben geschnitten. Geliefert werden sie auf Paletten, in der Regel ungeriest in einem großen Stapel oder in kleineren, eingeschlagenen Paketen, z.B. einem Ries, von 500 Bogen.

Wie bereits erwähnt, gibt man das Bogenmaß nach der Faserausrichtung an. Die Zahl, die vorn steht, liegt quer zur Faserausrichtung. Bei einem A4-Bogen im Format 210 x 297 verläuft die Faserausrichtung also längs zur Seite mit 297 Länge.

Darüber hinaus gibt es ein breites Spektrum an Standardformaten, die je nach Land unterschiedlich gebräuchlich sind. Diese Formate haben die Lieferanten in der Regel als so genannte Lagerartikel in eine bestimmten Bogenmenge pro Palette vorrätig.
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Format
Das fertige Papier wird auf einen so genannten Tambour gerollt. Soll es später in einer Rollendruckmaschine eingesetzt werden, wird er zu kleineren Rollen geschnitten, ansonsten zu den gewünschten Bogenformaten.

Papier wird in Bogen und auf der Rolle geliefert. Bei beiden Lieferformen gibt es eine Unmenge unterschiedlicher Standard- und Sonderformate für jeden Kundenwunsch und Bedarf. Standardformate hat der Lieferant so gut wie immer vorrätig. Bei Sonderformaten kann es zu ein bis zwei Wochen Lieferzeit kommen, da sie erst auf Bestellung angefertigt werden.
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Dicke = Flächengewicht*Volumen
Die Dicke eines Papiers wird in Mikrometer – ein Tausendstel Millimeter – gemessen und gibt den Abstand zwischen den beiden Oberflächen des Papiers an. Die Dicke ist in vieler Hinsicht wichtig für die Papierwahl, da sie Stabilität, haptische Eigenschaften und die Dicke des fertigen Druckerzeugnisses beeinflusst. Bei einem Buch mit Hunderten von Seiten ist dieser Faktor besonders wichtig. Bei der alltäglichen Arbeit verwendet man für die Papierdicke oft den Begriff Flächengewicht.
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Fläckengewicht, dicke und volumen
Drei wichtige und häufig herangezogene Papiereigenschaften sind Flächengewicht, Dicke und Volumen. Die drei werden meist im selben Atemzug genannt, ganz einfach weil sie mathematisch miteinander in Bezug stehen. Dicke und Flächengewicht werden unabhängig voneinander definiert, während das Volumen das Verhältnis von Flächengewicht zu Dicke ausdrückt. In diesem Kapitel werden wir die jeweiligen Termini näher erklären.
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Holzfrei und holzhaltige papiere
Wie oben beschrieben, gibt es im Wesentlichen zwei Verfahren zur Herstellung von Zellstoff, ein chemisches und ein mechanisches. Beimchemischen werden so gut wie alle holzhaltigen Stoffe bis auf die Zellulose entfernt. Deshalb wird Papier, das zu über 90 Prozent aus holzfreiem, also chemischem Zellstoff besteht, holzfrei genannt. Ein holzfreies Papier verfügt unter anderem über Eigenschaften wie hohe Festigkeit und Alterungsbeständigkeit.

Bei Herstellung von mechanischem Zellstoff wird hingegen der Großteil des Holzvolumens genutzt, so dass auch andere Bestandteile als die reine Zellulose in den Zellstoff gelangen. Ein Papier, das mehr als 10 Prozent holzhaltigen Zellstoff enthält, wird deshalb holzhaltig genannt. Ein holzhaltiges Papier verfügt z.B. über Eigenschaften wie hohe Festigkeit, hohe Opazität und eine natürliche Wirkung.
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Oberflächenrauigkeit
Ein Papier erinnert an die Topografie einer Landschaft. Es gibt Erhebungen und Vertiefungen und kleine Unebenheiten. Der Terminus, der Aufschluss über die Topographie eines Papiers gibt, ist die Oberflächenrauigkeit. Sie wird in ml/min erfasst, indem man den Luftstrom zwischen dem Papier und einem Messgerät misst. Generell gilt, dass ungestrichenes Papier eine höhere Rauigkeit – also mehr Erhebungen und Vertiefungen – aufweist als gestrichenes. Um die Oberflächenrauigkeit zu reduzieren, presst und glättet man das Papier in einem so genannten Kalander /Glättwerk. Zwischen Volumen und Oberflächenrauigkeit
besteht ein gewisser Zusammenhang, da ein geglättetes, zusammengepresstes Papier ein geringeres Volumen hat. Legt man Wert auf ein höheres Volumen, muss man dafür gewisse Abstriche bei der Oberflächenglätte in Kauf nehmen. Auch dieser Faktor beeinflusst natürlich das Druckergebnis. In einigen Fällen legt man Wert auf eine glatte, feine Oberfläche, während man in anderen bewusst einen groben, robusten Eindruck erzielen will.

Die Oberflächenrauigkeit hat auch Auswirkungen auf den Druckvorgang. Vor allem bei besonders rauen Papieren beeinflussen die Unebenheiten die Bildwiedergabe.
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VOLUMEN = DICKE/FLÄCHENGEWICHT
Das Volumen gibt das Verhältnis der Papierdicke zum Flächengewicht an. Diese Maßeinheit gibt Aufschluss darüber, wie porös oder kompakt ein Papier ist. Die korrekte Definition lautet: „invertierter Wert der Densität“.


Ein Papier mit geringem Volumen ist stärker zusammengepresst als eines mit hohem Volumen, enthält also weniger Luft. Ein Papier mit geringem Volumen ist daher dünn, eines mit hohem Volumen luftig, leicht und dick. Durch den geringeren Luftanteil hat ein Papier mit geringerem Volumen zudem oft eine geschlossenere Oberfläche.

Das Volumen ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Buchherstellung und hat auch große Bedeutung für die Wirkung des fertigen Druckerzeugnisses. Soll das Buch inhaltsreich und dick wirken, wählt man ein hohes Volumen. Will man hingegen möglichst viel Text in einem dünnen Buch unterbringen, wählt man ein Papier mit geringem Volumen.

In einigen Fällen ist das Volumen auch kostenrelevant. Wählt man z.B. für eine Versandaktion ein Papier mit etwas höherem Volumen, kann man ein niedrigeres Flächengewicht wählen um dieselbe Wirkung zu erzielen und somit die Distributionskosten senken.
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FLÄCHENGEWICHT = DICKE/VOLUMEN
Das Flächengewicht ist die gebräuchlichste Maßeinheit für das Gewicht eines Papiers und ist definiert als Papiergewicht in Gramm pro Quadratmeter, beispielsweise 130 g/m2. Das Flächengewicht spielt für die Papierwahl eine fundamentale Rolle. Dennoch wird es oft etwas nachlässig als Bezeichnung für die Papierdicke betrachtet, was es nicht ist, denn die Dicke hängt vom Volumen des Papiers ab.
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